Zu Xanten am Niederrhein regierte einst König siegmund. Seine Gemahlin war Sieglind. Dem edlen Paar erwuchs ein Kind mit dem Namen Siegfried. Schon als Knabe zeigte er sich stark und tapfer; dabei war er so schön von Angesicht und so schlank fon Wuchs, das jeder in ihm den künftigen Helden erkannte. Freilich breitete er den Eltern auch viel Kummer und Verdruss, denn ungebärdig wie ein Füllen tobte er durch das Schloss. Auch zum Jüngling herangereift, blieb er wild und stürmisch. Da rieten die Höflinge dem Herrscher, seinen Sohn in die weite Welt zu schicken. Mit nichts bepackt als mit überschämender Kraft und kampfesfrohen Sinn zog er zum Tor der Burg Xanten hinaus und wandte sich zuerst einem tiefen Forst, in dessen Lichtung ein Stamm der Niedersachsen angsiedelt hatte. In seiner Mitte jedoch fernab von den Menschen lag ein Berg und darin eine Höhle, in der Zwerge einen unermässliche Hort von Waffen und Geschmeiden hüteten, den Schatz der Nibelungen. siegfried wusste von alldem nichts und wanderte weiter. Nach einigen Tagen wurde die Stille von Eisenhämmern gestört. eine Schmide, rief Siegfried jubelnd aus. Der Schmied hatte ine zwergenhafte Gestalt. Doch sein Körper war breit und kräftig. Siegfried musste dem mimen zeigen das er als Schmidelehrling geeignet war. Er ergriff einen Hammer und schlug mit übermenschlicher Kraft auf den Amboss ein. Mit der Zeit wurde Sigfried dem meister immer unheimlicher, und der gedachte, sich seiner zu entledigen. Er stellte das so an, das er Siegfried zum Holzkohlen ausschickte. In der Nähe des Meilers hauste ein scheusslicher Drache. Er härtete sich eigenhändig eine scharfe Waffe und rannte in den Wald. Er entdeckte abseits des Pfades ein trübes Gewässer und ein scheusslicher Anblick bot sich ihm. Da wimmelte es nur von Seedrachen, die mit spitzer Zunge nach ihm schnappten. Ohne sich lange zu besinnen, begann der junge Recke auf das Gezücht einzuschlagen und hieb einem Untier nach dem anderen den Kopf ab. Danach riss er mächtige Bäume aus und setzte sie in Brand. Die glühende Hitze lockte die ganze Brut an die Oberfläche des Sumpfes, wo sie, von dem Feuer gefasst und umkamen. Als er das schaurige Schauspiel verfolgte, geschah es, das die siedende Gischt ihm auf die Hand spritzte. Mit Erstaunen beobachtete er, wie die erkaltente Flüssigkeit zu einem dicken, hornartigen Stoff gerann. Er setzte die Spitze seines Schwertes daran und siehe, sie vermochte ihn nicht zu zerspalten. Blitzartig kam ihm der Gedanke, das dieser sud aus Sumpfwasser und Drachenblut ihm ein Panzerhemd schaffen würde. Kurz entschlossen sprang er in den Schlamm. In diesem Augenblick fiel von einem überhängenden Zeig eines Lindenbaumes auf ihn nieder und haftete während des Bades an seiner Schulter. Diese Stelle konnte von dem zaubersaft nicht benutzt werden und an ihr blieb Siegfried verwundbar.